Wie kann man Rückenschmerzen beikommen?

veröffentlicht am 30. Juli 2012

In fast der Hälfte aller Fälle sind Rückenschmerzen auf die Muskulatur zurückzuführen, obwohl es auch andere Gründe für diese Volkskrankheit geben kann. Doch Bewegungsmangel, Übergewicht, Stress und eine vorwiegend sitzende Haltung machen diesem elementaren Bestandteil des Rückens zu schaffen. Das gezielte Training von Rücken- und Bauchmuskulatur hingegen ist ein wirksamer Schutz, denn beide Muskelgruppen spielen zusammen und gewährleisten, dass der Rücken „funktionieren“ kann.

Doch wenn sich Schmerzen einstellen, dann gilt zunächst: sich bewegen, möglichst maximal zwei Tage im Bett bleiben, sobald wie möglich den Alltag wieder aufnehmen, aber auch entspannen, manchmal hilft Wärme ebenfalls. Zunächst sollte man nicht in Panik verfallen, weil die meisten Rückenbeschwerden auf einfache Verspannungen der Muskulatur zurückgehen. Viele Menschen befürchten hingegen spontan Probleme mit der Bandscheibe. Doch dies ist in der Regel nicht der Fall.

Doch was hilft gegen Rückenschmerzen, wenn auch Schmerzmittel aus der Apotheke wirkungslos bleiben? Obwohl Schmerzmittel in gewissem Sinne sinnvoll sein können, weil sie einen normalen Bewegungsablauf ermöglichen und der Patient so keine die Ursache verschlimmernde Schonhaltung einnimmt, so sind diese doch letztlich nur eine Bekämpfung von Symptomen und können – im Extremfall – zu einer Schmerzmittelabhängigkeit führen. Der Gang zum Arzt steht also an, wenn die Schmerzen bleiben, keine Wärmeflasche hilft und auch keine Entspannungsübungen. Der Arzt kann dann meist bereits anhand der Art der Schmerzen Anhaltspunkte gewinnen, wo das Problem liegt. Zieht und sticht es? Dann sind es vermutlich die Bänder, Muskeln oder Gelenke. Einschießende, bohrende, schneidende oder elektrisierende Schmerzen deuten hingegen auf Nervenschädigungen hin. Dementsprechend kann die Therapie und Schmerzbekämpfung ausgerichtet werden. Grundsätzlich gilt, dass man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen sollte, wenn Schmerzen andauern. Ab sechs Wochen spricht man bereits von chronischen Schmerzen.

Obwohl meist Probleme mit der Muskulatur die Ursache für Rückenprobleme sind, so kann auch sozusagen der „worst case“ eintreten, der Bandscheibenvorfall, der in der Regel auf eine jahrelange Abnutzung und Fehlhaltung zurückgeht. In Extremfällen wird operiert, ansonsten versucht man die umliegenden Muskeln in der Physiotherapie so aufzubauen, dass sie die Funktion der geschädigten Bandscheibe ersetzen können.

Die beste Medizin gegen Rückenschmerzen ist natürlich, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Ein ergonomischer Arbeitsplatz, Sport und Bewegung, Stressausgleich und eine bewusste Körperhaltung minimieren das Risiko, Probleme mit dem Rücken zu bekommen, ganz erheblich. Wertvolle Tipps und auch Übungen gibt es in dem Ratgeber „Schmerzfreier Rücken“, herausgegeben von der „Deutschen Schmerzliga“.

Foto: © Alexander Raths – Fotolia.com

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